brot & mühle

Einleitung

Das Brot und Mühlen-Lehrmuseum im niederösterreichischem Industrieviertel in Gloggnitz ist ein Industriedenkmal zum Anfassen. Der Charme des Mühlenmuseums liegt in der Darstellung des bodenständigen Müllereibetriebes und des Bäckerhandwerks vergangener Tage. Im Mühlenraum und in der Backstube faszinieren historische Geräte. Eine große Auswahl an Liebhaberstücken aus Bildender Kunst verdeutlichen die gediegene Arbeit von Müller und Bäcker. In der einzigartigen Atmosphäre der alten Kunstmühle verschmelzen Architektur, Geschichte(n) und Technik ineinander und schaffen einen Brückenschlag zwischen heute und damals.

Ausgangslage

Die Mühle blickt auf eine über 350-jährige Geschichte zurück, die älteste urkundliche Erwähnung eines Mühlenbetriebes am jetzigen Museumsstandort stammt aus dem Jahr 1666. Der Mühlenbetrieb wurde in 1969, der Bäckereibetrieb in 1987 stillgelegt. Herr Dipl. Ing. Karl Dirnbacher gründete im Jahr 1980 den gemeinnützigen Verein „Brot- und Mühlen-Lehrmuseum in Gloggnitz“ und legte somit den Grundstein für das Museum. Seitdem hat das Museum die Aufgabe, das alte Wissen über Müllerei an die junge Generation weiterzugeben und sie für gesellschaftliche Fragen rund um das Grundnahrungsmittel Brot zu sensibilisieren. Im Museum werden aktuelle ernährungspolitische Fragen der Überflussgesellschaft aufgeworfen und mit entsprechenden historischen Veränderungen verglichen. Die technische Entwicklung der Müllerei und Bäckerei wird gezeigt und der damit verbundene Wandel der Betriebs- und Gesellschaftsstruktur.

Vorhaben und Aktivitäten 

In unserer Mühle wird die 350 Jahre alte Tradition des mechanischen Mahlens gezeigt, das, wie aus Korn im Laufe der Zeit durch verschiedene Mahltechniken das Mehl immer feiner wurde. Dieser Prozess ist allerdings ein wahrer Kraftakt, eine Kraftanstrengung, welche wir heute nicht mehr zur Gänze darstellen bzw. unseren (jungen) Besuchern begreifbar machen
können. Aus diesem Grund haben wir uns zum Ziel gesetzt, mit Hilfe eines Modells zu zeigen, woher die für diese komplexe Kraftübertragung nötige Power kam und wie sie genutzt wurde, noch bevor es elektrischen Strom oder IT-Anwendungen gab. Das Modell wird uns künftig beim Erklären dieses Mechanismus von großem Nutzen sein, denn mittels Handkurbel wird durch (eigene) Bewegung (Kraft) verdeutlicht, wie die Kraftübertragung im gesamten Gebäude funktionierte. Mit unserer „neuen Sichtweise“ mit dem Fokus auf manuelle Kraftübertragung wollen wir, dass alle verstehen, was Transmission bedeutet und wie und wodurch kleine und große Kräfte von ganz unten, nach ganz oben (früher) übertragen wurden, sodass die ganze miteinander verschmolzene Maschinerie gut gestimmt und aufeinander eingespielt funktionierte und scheinbar ganz nebenbei auch noch das Korn zu Mehl mahlte.

Bezug zur Entwicklungsstrategie

Das Projekt ist dem Aktionsfeld 2 „Weiterentwicklung der natürlichen Ressourcenund des kulturellen Erbes“, Output 9 „ Das rege kulturelle Leben in der Region Niederösterreich Süd wird laufend erweitert sowie professionell und gemeinsam vermarktet“ zugeordnet.

Förderhöhe

60% – € 18.260,45

 

Foto: Brot- und Mühlen Museum