Einleitung
Immer mehr Kinder und ihre Familien sind von multiplen Problemlagen und Marginalisierung betroffen. Umstände, welche auch die Elementarpädagog*innen der oft ausagierenden, oder auch zurückgezogenen Kinder, spüren und dem Nachkommen ihres Erziehungs- und Bildungsauftrages, erheblich erschweren. Der Ort, der diesem Phänomen entgegenwirken kann, ist der Kindergarten. Die Zusammenarbeit von Kindergarten und Sozialer Arbeit, in Form von Sozialer Arbeit im Kindergarten, scheint somit ein vielversprechendes Bündnis, um die betroffenen Kinder und ihre Familien in ihren Sorgen, Anliegen und Problemen zu unterstützen. Neben den Eltern soll sich das Angebot auch an andere, für das Kind wichtige Angehörige, Elementarpädagog*innen, andere Professionen im Setting Kindergarten wie Sonderpädagog*innen, … und das Gemeinwesen richten, in dem es all jene zu begleiten versucht, welche so unmittelbar mit den Sorgen der Kinder und ihrer Familien konfrontiert sind. Das Projekt „Soziale Arbeit im Kindergarten“ soll für die Begleitung der Kindergärtender Stadtgemeinde Neunkirchen (inklusive der KG Mollram und Peisching) zuständig und das Ergebnis einer intensiven wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit dem Thema Soziale Arbeit im Kindergarten sein.
Ausgangslage
In den letzten Jahren konnte das Bewusstsein über die Notwendigkeit frühkindlicher Förderung und Unterstützung weitläufig etabliert werden. Mittlerweile sind daher zahlreiche Projekte entstanden beziehungsweise am Entstehen, um diesem Wissen Rechnung zu tragen. Im Kindergartenjahr 2024/25 besuchen rund 500 Kinder einen Kindergarten der Stadtgemeinde Neukirchen. Einer Stadt, wie die Kinder- und Jugendhilfeplanung beweist, in einem hohen Ausmaß von Belastungsindizes wie Arbeitslosigkeit, Alleinerzieher*innenhaushalte, Migration, … betroffen ist. Unterstützung finden die betroffenen Kinder oftmals nicht im eigenen Elternhaus, sondern im Kindergarten, was langfristig die Möglichkeiten und Kapazitäten der Elementarpädagog*innen und auch jene anderen Professionen im Kindergarten, übersteigen. Um hier eine Veränderung zu erwirken, müssen die Eltern und wichtigsten Angehörigen der betroffenen Kinder gestärkt werden. Die müssen angeleitet werden, ein für ihre Kinder förderliches Umfeld und ein entsprechend förderliches Erziehungsverhalten zu etablieren.
Vorhaben und Aktivitäten
Die Sozialarbeiter*in bietet zu den geplanten Beratungsstunden im jeweiligen Kindergarten ein Repertoire an unterschiedlichen sozialarbeiterischen und sozialpädagogischen Methoden an, welche im Zuge der Beratungen zu Einsatz kommen. Durch die Methode der Einzelfallhilfe wird auf die individuellen Anforderungen der Eltern (und anderen wichtigen Angehörigen) eingegangen und entsprechende Unterstützung geboten. Der Fokus liegt auf der Elternbildung, sowie der professionellen Förderung der Erziehungsfähigkeit durch die Bearbeitung und Lösung der biopsychosozialen Probleme der Eltern und Angehörigen. Die Freiwilligkeit bildet die Basis der Einzelfallhilfe in der Sozialen Arbeit im Kindergarten, in dem so vertrautem Setting können alle Themen, welche die Eltern und Angehörigen aktuell beschäftigen, bearbeitet werden. In welchem Ausmaß Beratung in Anspruch genommen wird, entscheiden die Betroffenen selbst. Die Beratungen können sowohl von einzelnen Personen, aber auch von Gruppen aufgesucht werden.
Bezug zur Entwicklungsstrategie
Aktionsfeld 3: Regionales Lernen und Beteiligungskultur unterstützen bzw. Familien- und kinderfreundliche Region anstreben.
Förderhöhe
70% – € 69.825,-
Foto: JUBS Neunkirchen
